Kraulen für die Weser Drucken E-Mail
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Kraulen für die Weser

Heinz Ratz startet zur Schwimmtour in der Weser (Bild: C. Aschemeier, Wassernetz NRW)

Am Freitag, dem 14. August war es mal wieder so weit: Heinz Ratz kam zum letzten Mal im Rahmen seiner Flusstour nach Nordrhein-Westfalen, diesmal um in der Weser zu schwimmen. Die Strecke führte von Vlotho nach Minden, ca. 20 Kilometer, die den Schwimmer unter anderem durch die Porta Westfalica führten. Begleitet wurde die Tour von den BUND-Gruppen aus Minden Lübbecke und Herford, die diese Tour aufwendig vorbereitet hatten.

Der Schwimmtag beginnt an der Weserbrücke in Vlotho. Die kanalisierte Weser erreicht hier hohe Strömungsgeschwindigkeiten. "Alte Karten zeigen noch eine windungsreiche Weser mit vielen Inseln" berichtet dazu Lothar Schmelzer vom BUND in Minden. Er zeigt den anwesenden Journalisten eine entsprechende Karte, um eines der Probleme der Weser aufzuzeigen. Heute zeigt ein Blick aufs Ufer Befestigungen aus Steinen und Buhnen, die das Wasser lenken und Uferbeschädigungen verhindern.
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sportboote_1.jpgGegen 11:30 Uhr trifft Heinz Ratz ein, in Gesellschaft seiner kleinen Hilfsmannschaft, die ihn im Kanu begleiten wird. Sofort stürzen sich die Reporter auf ihn. Ihre Fragen beantwortet er geduldig und routiniert. Bei Fachfragen zur Weser unterstützen ihn die anwesenden Naturschützer. Gerade berichtet Gerhard Vinckemeyer über die allgegenwärtige Belästigung durch Sportboote, da kommen auch schon drei Boote vorbei und demonstrieren eindrücklich die Naturbelastung durch die Motorengeräusche und den intensiven Wellengang. Leider gibt es auf der Wasserstraße Weser keine Möglichkeiten, diesen Verkehr zu verbieten und nach Meinung der Naturschützer finden Geschwindigkeitskontrollen viel zu selten statt.

Chloridkonzentration in der Weser zwischen 2004 und 2009 an der Messtation Porta Westfalica. (Datenquelle: LANUV, www.elwasims.nrw.de)Auch die Salzbelastung durch die Kaliindustrie an der Werra ist natürlich ein Thema. Sie ist auch hier mehr als 200 Kilometer von der Einleitung der Abwässer entfernt noch deutlich messbar. An der offiziellen Untersuchungsstelle in Porta Westfalica werden im Jahresverlauf noch Chlorid-Konzentrationen von mehr als 400 mg/l erreicht, deutlich mehr als für einen Fluss wie die Weser zu erwarten ist. Bislang gilt hier ein Grenzwert von 200 mg/l, doch droht die Gefahr, dass dieser Wert künftig auf 400 mg/l verdoppelt wird.

 

Heinz lässt sich jedoch davon nicht abschrecken und beginnt gegen 12:00 Uhr seinen Weg, gefolgt vom Begleitkanu, das auch einen Rettungsring mit sich führt.

Das erste Zwischenziel ist die Werremündung in Bad Oeynhausen. Auch hier versammeln sich rasch einige Neugierige um den Infostand des BUND, der mit zahlreichen Materialien rund um den Gewässerschutz bestückt ist. Die Wartezeit ist eine gute Gelegenheit, um mit den Menschen ins Gespräch zu kommen und auf die große Bedeutung unserer Flüsse aufmerksam zu machen.

Warten auf Heinz (Bild: C. Aschemeier, Wassernetz NRW) Der Infostand rund um das Thema Wasser war immer mit dabei. (Bild: C. Aschemeier, Wassernetz NRW)

Als Heinz Ratz das Ufer erreicht, sind mehr als ein halbes Dutzend Kameras auf ihn gerichtet. Zum Empfangskomitee gehören auch zwei Mitarbeiter der Stadt Bad Oeynhausen, die über die Gewässerschutzaktivitäten im Kurort berichten. Heinz muss nicht nur über seine Flusstour berichten sondern auch Autogramme schreiben. So geht die Pause schnell herum und alle brechen zum nächsten Ziel, der Porta Westfalica auf.

Heinz triff Jugendliche in Porta Westfalica (Bild. C. Aschemeier, Wassernetz NRW)Auch am Anleger in Porta Westfalica trifft die Aktion auf reges Interesse. Eine Gruppe Jugendlicher nimmt Heinz am Anleger in Empfang und kann kaum glauben, wie viele Strecken er schon bis hierher geschwommen ist. Warum tut jemand soetwas? Heinz berichtet über seine Erfahrungen, die ihn bis zu diesem Vorhaben inspiriert haben.

Die letzte Etappe führt den Schwimmer weiter nach Minden an den Weserstrand bei Kanzlers Weide. Hier hat man einen künstlichen Sandstrand aufgefahren, der im Sommer von vielen Erholungssuchenden genutzt wird. Auch an diesem sonnigen Tag haben es sich hier einige Menschen gemütlich gemacht. Der BUND-Stand steht unmittelbar am Wasser und bildet eine gut erkennbare Zielmarkierung. Auf dem Weg dorthin begegnet das Schwimmteam einigen Drachenbooten, die hier häufig verkehren. Nach ca. 4 Stunden erreicht Heinz Ratz sein Ziel und muss wieder einem Journalisten Rede und Antwort stehen. Doch die Pause ist nur kurz, dann geht es schon weiter ins BÜZ, um das Konzert am Abend vorzubereiten.

Der Weserstrand in Minden (Bild: C. Aschemeier, Wassernetz NRW) Ankunft nach 20 km Schwimmstrecke (Bild: C. Aschemeier, Wassernetz NRW)

Auch das Team vom BUND ist erschöpft, doch alle freuen sich über einen erfolgreichen Tag mit vielen Interessenten und guten Gesprächen. "So eine Tour darf es gerne noch einmal geben", ist die einhellige Meinung aller Teilnehmer.

Weitere Informationen zu dieser Tour finden Sie hier:

www.flussprojekt de (Homepage zum Projekt. Bitte nutzen Sie auch die Möglichkeit zu spenden!)
Infomationen zum Projekt auf den Seiten des BUND

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 13. Oktober 2009 um 10:41 Uhr