| Strahlwirkung - Wissenschaftlich hinterfragt | | |
| Geschrieben von: Administrator |
| Seit ca. 2 Jahren wird in Nordrhein-Westfalen die sogenannte Strahlwirkung als Möglichkeit diskutiert, mit begrenzten Maßnahmen, ganze Wasserkörper in den guten ökologischen Zustand bzw. das gute ökologische Potenzial zu versetzen. Umgangsprachlich ist dabei auch vom "Trittsteinkonzept" die Rede. Anfang 2008 ist der Abschlussbericht des Deutschen Rats für Landespflege (DRL) erschienen, der erste Grundlagen zu diesem Konzept in einem umfangreichen Projekt erarbeitet hat. Der bislang in der Gewässerkunde unbekannte Begriff der Strahlwirkung umschreibt, dass naturnahe, ökologisch gute Gewässerabschnitte eine positive Wirkung auf den ökologischen Zustand angrenzender, strukturell degradierter Gewässerabschnitte haben können. Es wird dabei auf die aktive oder passive Migration von Tieren und Pflanzen aus einem naturnahen Gewässerabschnitt, dem sogenannten Strahlursprung, gesetzt. Theoretisch sollte es danach möglich sein, mit der Renaturierung einzelner Abschnitte die WRRL-Ziele für das gesamte Oberflächengewässer umzusetzen. Der Deutesche Rat für Landespflege formuliert zur Anwendung des Konzepts auf seiner Homepage:
Der jetzt vorliegende Band 81 der Schriftenreihe des DRL (Kompensation von Strukturdefiziten in Fließgewässern durch Strahlwirkung),dokumentiert die Ergebnisse des zugehörigen Forschungsprojektes. Anhand von Literaturrecherchen und der wissenschaftlichen Diskussion in drei ganztägigen Workshops wurden die Möglichkeiten und Grenzen des Konzepts ausgelotet. Es zeigte sich, dass es durchaus Hinweise auf eine Strahlwirkung - sowohl im positiven aber auch im negativen Sinn - gibt. Am besten ist sie in (Mittel-)Gebirgsgewässern zu erkennen, die Übertragung auf Tieflandgewässer ist schwierig. Das Makrozoobenthos spiegelt die Auswirkungen besser wieder als die Fischfauna oder die Wasserpflanzen. Insgesamt erscheint - besonders aus der Sicht der naturschutzverbände - noch weitere intensive Forschungsarbeit notwendig, bevor dieses Konzept als allgemeingültig anerkannt werden kann. Bezug: Sie können den Bericht des DRL sowie Zusammenfassungen der Workshopbeiträge im Heft 81 der Schriftenreihe nachlesen. Es kann hier bestellt werden: Druckcenter Meckenheim Fax 02225 / 88 93-558 eMail: zentrale[at]druckcenter.de Das Land NRW stellt den Bericht auch als Datei zu Download bereit, mit einer Dateigröße von 345 MB fällt dieser allerdings extrem groß aus.
Mittlerweile gibt es ein "Folgeprojekt", dass ebenfalls maßgeblich vom DRL getragen wird: "Verbesserungsmöglichkeiten für die biologische Vielfalt in ausgebauten Gewässerabschnitten " |
| Zuletzt aktualisiert am Montag, den 21. April 2008 um 17:37 Uhr |



DRL-Bericht zum Download