Teure Überschüsse Drucken E-Mail
Geschrieben von: Wnetzadmin   

Quelle: Bund für Umwelt und Naturschutz

Stickstoffüberschüsse kommen die Gesellschaft teuer zu stehen. Das lässt sich jetzt auch beziffern: EU-weit kostet der N-Überschuss aus der Landwirtschaft 20-150 Mrd Euro pro Jahr. Der Nutzen für die Landwirtschaft liegt dagegen nur bei der Hälfte bis zwei Dritteln dieser Summen, nämlich bei 10-100 Euro per anno.

Die Europäische Forschungsstiftung, European Science Foundation (ESF) hat ein einem Europäisches Nitrat-Gutachten (European Nitrogen Assessment, kurz ENA) herausgegeben, an dem Nitrat-Spezialisten über 5 Jahre gearbeitet haben. Veröffentlicht wurde das Gutachten auf der Konferenz: 'Nitrogen and Global Change' Conference, organised in Edinburgh (UK) from 11-14 April, 2011. Sie finden es im Internet unter der Adresse http://nine-esf.org/ENA .
Darin wird unter anderem der Schaden in der EU durch zu hohe Stickstofffrachten beziffert. Zum Teil wird Landwirtschaft separat betrachtet, leider gibt es nur wenige Daten direkt zu Deutschland. Dennoch ist die Studie sehr lesenswert, besonders auch einige Karten.

Kosten in der Landwirtschaft

  • Kosten für Umweltschäden, die durch Stickstoff-Effekte in der Landwirtschaft verursacht werden in der EU: 20-150 Mrd. Euro pro Jahr
  • Mehrwert des Einsatzes von Düngemitteln für Landwirte/Bauern: 10-100 Mrd. Euro pro Jahr – dabei aber mit erheblicher Ungewissheit über den langzeitlichen Nutzen des Stickstoffeinsatzes für Ernteerträge.
    Die Folgerung: die Kosten für Umweltschäden übersteigen den Mehrwert des Stickstoffeinsatzes in der Landwirtschaft, das heißt die volkswirtschaftlichen Schäden sind größer als der betriebswirtschaftliche Nutzen
  • der geschätzte Nutzen des Einsatzes von Stickstoff beträgt für Landwirte/Bauern €1-€3 pro kg N im 1. Jahr
  • würde man die Umweltkosten von Stickstoffdüngern internalisieren, würde der optimale Stickstoffeinsatz im Ackerbau eine Reduktion von 50 kg N/ha (30%) in Nord-West Europa bedeuten

Eine ausführliche deutsche Zusammenfassung (erstellt durch den BUND) finden sie hier: Zusammenfassung_ENA-Studie_2011.pdf. Die Original-Autoren stellen außerdem ein Zusammenfassung der Studie in englischer Sprache zur Verfügung: ENA_Tech_Summary.pdf

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 28. Juli 2011 um 15:56 Uhr