Nachlese: Von Trittsteinen und Potenzialen Drucken E-Mail
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Von Trittsteinen und Potenzialen - Informationen zum Nachlesen

Großen Interesse bei der TagungDer Vortragraum im Umweltzentrum Düsseldorf war bis auf den letzten Platz gefüllt und offenbar brennt die Thematik vielen Akteuren auf den Nägeln. Die Ausweisung von erheblich veränderten Gewässern und die Suche nach der richtigen Strategie für die Planung der Maßnahmen stehen zur Zeit im Fokus der WRRL-Umsetzung in Nordrhein-Westfalen. 

Für alle die am 7. März nicht dabei sein konnten oder gerne die Details nachlesen wollen, stellen wir hier die Vorträge und weitere Hintergrundinformationen zur Verfügung.  

Zum Hintergrund:

Viele Wasserkörper in Nordrhein-Westfalen weisen infolge ihrer Nutzung massive Strukturdefizite auf. Dies hat dazu geführt, dass in der aktuellen Bewertung mehr als 60% aller Wasserkörper vorläufig als erheblich verändert oder künstlich eingestuft wurden.

Trotzdem gelten auch für diese Gewässer die Grundanforderungen der WRRL. Unter anderem ist die Durchgängigkeit herzustellen und die Strukturvielfalt muss erhöht werden, damit die Anforderungen des guten ökologischen Potenzials erfüllt werden können. Besonders bei erheblich veränderten Gewässern muss darauf geachtet werden, dass die bestehenden Nutzungen durch die Maßnahmen nicht signifikant beeinträchtigt werden dürfen. Ein neues Konzept, in das zur Zeit viele Hoffnungen gesetzt werden, ist die Etablierung räumlich begrenzter Trittsteine, die besonders gute Lebensbedingungen für die Tier- und Pflanzenwelt bieten. Die von diesen Bereichen ausgehende Strahlwirkung soll dann auch in angrenzenden Gewässerabschnitten zu einer besseren Zustandsbewertung beitragen.

Im Rahmen dieser Veranstaltung wurde neben der Erläuterung der wissenschaftlichen Grundlagen der Frage nachgegangen, ob dieses Konzept geeignet ist, die Anforderungen der Wasserrahmenrichtlinie zu erfüllen.

Die Titelseite des Seminars Prof. Friedrich erläutert die Strahlwirkung Dr. Sommerhäuser präsentiert Monitoringergebnisse

Was sind erheblich veränderte Gewässer?

In seinem Eröffungsvortrag führte Dr. Christoph Aschemeier von Wassernetz NRW in die Thematik der erheblich veränderten Gewässer ein und stellte wichtige Begriffe vor. 

Das "Gute Ökologische Potenzial" - Versuch einer Definition

Dr. Petra Podraza vom Ruhrverband beschäftigt sich schon seit langer Zeit mit der Bewertung und Klassifizierung von Gewässern. Ihr Vortrag zeigt auf, dass die Definition des ökologischen Potenzials leider immer noch nicht abgeschlossen ist, so das für den ersten Bewirtschaftungszyklus wohl nur vage formulierte Ziele für viele erheblich veränderte Wasserkörper gelten müssen.

 

Was ist Strahlwirkung?

Im Februar 2008 hat der Deutsche Rat für Landespflege die Ergebnisse seines "Strahlwirkungsprojektes" veröffentlicht. Unter dem Titel: wurden in mehreren Expertenworkshops umfangreiche Informationen zu diesem für die Gewässerkunde neuen Ansatz gesammelt und in einem Bericht zusammengefaßt. Prof. Dr. Günther Friedrich hat bei der Erstellung des Berichts mitgewirkt und stellte die wichtigsten Aspekte in seinem Vortrag zur Diskussion.

Ökologische Bewertung erheblich veränderter Gewässer

Aufgrund der mangelhaften Gewässerstruktur wird bei den meisten erheblich veränderten Gewässern  davon ausgegange, dass auch die biologische Bewertung schlecht ausfällt. Dass dies nicht immer zwingend der Fall sein muss, zeigt der Vortrag von Dr. Mario Sommerhäuser (Lippeverband), der die Ergebnisse einer umfangreichen Untersuchung im Stever-Einzugsgebiet vorstellte. Gemeinsam haben hier Lippeverband und das ehemalige Staatliche Umweltamt Münster an einer Vielzahl von Untersuchungsstellen Fauna und Flora analysiert. 

Den zugrundeliegenden Monitoringbericht können Sie ebenfalls aus dem Internet herunterladen.

 

Fischfauna in erheblich veränderten Gewässern

Dr. Andreas Hoffmann hat eine Vielzahl von Gewässern in NRW fischfaunistisch untersucht und hat zahlreiche Konzepte für die Verbesserung der Fischlebensgemeinschaft erarbeitet. In seinem Vortrag stellte er exemplarisch die Fischfauna verschiedener erheblich veränderter Gewässer vor. Dabei zeigte sich, dass es oft auch in weitgehend unveränderbar erscheinenden Gewässersituationen noch Handlungspotenzial gibt.

Dieser Vortrag liegt leider noch nicht als PDF-Datei vor. 

Ökologische Verbesserung landwirtschaftlich genutzer Gewässer

Viele der jetzt als erheblich verändert angesehenen Gewässer liegen im landwirtschaftlichen Umfeld. Sie ist daher bei Maßnahmenvorschlägen besonders gefragt, damit die ökologische Verbesserung und die möglichen Nutzungseinschränkungen im Gleichgewicht stehen. Bruno Schöler von der Landwirtschaftskammer NRW stellte in seinem Vortrag die Anforderungen der Landwirtschaft an die zukünftige Planung und einige Handlungsoptionen vor.

Trittsteine und erheblich veränderte Gewässer aus Sicht der WRRL

Der Auswahl der "richtigen" Maßnahmen kommt bei der Aufstellung der Bewirtschaftungpläne große Bedeutung zu. Die Maßnahmen müssen nicht nur "kosten-"effektiv sein, sondern auch in Übereinstimmung mit den Anforderungen der Richtlinie stehen. Angesichts der aktuellen "Trittstein"-Begeisterung ist es daher von besonderer Bedeutung, ob tatsächlich mit punktuellen Eingriffen der geforderte "gute Zustand" für den gesamten Wasserkörper gewährleistet ist. Kristine Pohlmann (Rechtwissenschaftliche Fakultät der Universität Bielefeld) ging in ihrem Vortrag den rechtlichen Aspekten des Trittsteinansatzes nach. 

 

 

 

 

 

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 10. März 2008 um 18:16 Uhr