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Beratung für mehr Wasserqualität Drucken E-Mail
Geschrieben von: Wnetzadmin   
Moderne Gülleausbringung - doch die Menge muss stimmen!

Arbeitsgruppen Wasserqualität begleiten die Verbesserung Grundwassers

Ein Schwerpunkt der Wasserrahmenrichtlinien-Umsetzung in NRW ist die Verringerung der Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft ins Wasser. Dies gilt sowohl für das Grundwasser als auch für die Oberflächengewässer. Neben der Einhaltung der Vorgaben der guten fachlichen Praxis wird dabei vor allem auf ein Beratungsmodell gesetzt, wie es in vielen Wasserschutzgebieten bereits praktiziert wird. Die Landwirtschaftskammer NRW hat dazu ein eigenes Beratungskonzept vorgelegt, das vom Land mit ca. 3 Mio. Euro jährlich bezuschusst wird.

Die Umsetzung dieses Konzepts soll durch regionale Arbeitsgruppen begleitet werden, die auf der Ebene der Regierungsbezirke etabliert werden. Im Zentrum steht dabei die Information über die Aktivitäten der Berater. Intensiv soll in den Arbeitsgruppen aber auch über die Belastungsschwerpunkte in den jeweiligen Regionen gesprochen werden, um die Arbeiten möglichst gezielt auszurichten.

Das Beratungskonzept

Die Beratung soll einen Beitrag dazu leisten,  die Einträge von Nährstoffen und Pestiziden aus dem landwirtschaftlichen Bereich in das Grundwasser und die Oberflächengewässer verringern. Dazu wird auf die Einhaltung der guten fachlichen Praxis und die Beratung der Landwirte in den besonders belasteten Gebieten (rote Grundwasserkörper, siehe Kapitel 7 des Bewirtschaftungsplans NRW: Zustand_des_Grundwassers) gesetzt.

Da insgesamt mehr als ein Drittel der Landesfläche erhebliche Grundwasserbelastungen aufweist, ist erscheint eine einzelbetriebliche Beratung nicht flächendeckend möglich. Das Konzept setzt daher auf ein Dreistufenmodell:

  • Die Grundberatung richtet sich als Angebot an alle Landwirte in den betroffenen Regionen. Sie besteht hauptsächlich aus Vortragsangeboten und Demonstrationen. Die Teilnahme an solchen Veranstaltungen ist Pflicht, wenn zusätzliche Fördermittel (z.B. Zwischenfruchtanbau) in Anspruch genommen werden.
  • Eine Regionalberatung in besonders wassersensiblen Bereichen umfasst eine Beratung interessierter Gruppen, Feldbegehungen, Infobriefe, Merkblätter und vieles Mehr. Der praktischen Anschauung sollen Modellbetriebe dienen, auf denen die Anwendungsmöglichkeiten besonders grundwasserschonender Methoden angesehen werden können.
  • Die Intensivberatung beschränkt sich auf die Bewirtschafter in besonders belasteten Bereichen. Hier soll betriebsindividuell und anbauflächenbezogen beraten werden. Dazu gehören die gezielte Nährstoffbilanzierung, die Beprobung der Flächen und die Erarbeitung betriebsspezifischer Nährstoffmanagements. Laut Aussagen der Landwirtschaftskammer sollen dies zunächst für Flächen im Anstrombereich der Messstellen erfolgen. Die Naturschutzverbände sehen insbesondere diese Entscheidung kritisch und fordern statt dessen eine Intensivberatung, die sich vorrangig den Betrieben widmet, in denen die höchsten Nährstoffkonzentrationen anfallen. Hier ist insbesondere der Gemüseanbau und die zunehmende Menge an Mais für den Betrieb von Biogasanlagen zu nennen.Eine Überprüfung der Flächenauswahl soll allerdings schon im Januar 2011 erfolgen.

Eine Zusammenfassung der Aktivitäten finden sie im zugehörigen Pdf.gif Jahresbericht 2009

Begleitende Arbeitsgruppen

Bislang ist die Umsetzung des landwirtschaftlichen Beratungskonzepts weitgehend ohne Öffentlichkeitsbeteiligung erfolgt. Lediglich in den Fachgremien des Landes wurde über den Arbeitsstand informiert. Die Einbindung der Öffentlichkeit soll zukünftig über begleitende Arbeitsgruppen auf der Ebene der Bezirksregierungen erfolgen. Allerdings sind die genauen Aufgaben und die Zusammensetzung dieser Arbeitsgruppen noch nicht im Detail festgelegt.

Einige Bezirksregierungen haben bereits zu diesen Treffen eingeladen und dabei zunächst einmal die Akteure beteiligt, die schon bisher bei der Umsetzung dabei waren. Dazu gehören natürlich vor allem die Vertreter der Landwirtschaft (Kammer, Verbände, örtliche Vertreter), der Wasserversorger, die Wasserbehörden und ggf. auch Kommunalvertreter. Für die Naturschutzverbände wurde zunächst einmal das Wassernetz NRW informiert, teilweise wurden auch Personen vor Ort angesprochen.Bislang hat es Auftaktsitzungen dieser Arbeitsgruppen in den Regierungsbezirken Düsseldorf, Köln, Arnsberg und Münster gegeben. Die Sitzung für den Bezirk Ostwestfalen ist für Anfang 2011 geplant.

Die Ergebnisse der Sitzungen sollen in der Regel im Internet veröffentlicht werden. Wir haben dazu in unserem Wiki eine Seite eingerichtet, über die Sie alle uns vorliegenden Informationen abrufen können.

Was fehlt?

Bislang beschränken sich diese Arbeitsgruppen ausschließlich auf die Begleitung des landwirtschaftlichen Beratungskonzepts. Damit bleiben viele weitere wichtige Fragen zum Zustand und der Verbesserung des Grundwassers für die Öffentlichkeit unbeantwortet. Dies betrifft den (regionalen) Mangel an Grundwasser ebenso wie die Frage nach Belastungen durch Altlasten oder den Sanierungsbedarf für die Kanalisation. Auch hat der Eintrag von Nährstoffen und feinen Bodenpartikeln aus der Landentwässerung (Drainagen) eine große Rolle für die Fließgewässer. Eine Verknüpfung mit den Umsetzungsfahrplänen- die sich ja "nur" mit der Gewässerstruktur beschäftigen - bleibt dabei genauso offen, wie die Verknüpfung zu den Maßnahmen im kommunalen oder industriellen Bereich. 

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 17. Dezember 2010 um 13:54 Uhr